28.10.2026
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Von NRW auf globale Screens: met[ads] setzt auf 3D-Werbung

Durch technische Entwicklungen eröffnen sich in der digitalen Außenwerbung immer neue Möglichkeiten, Marken und Produkte im öffentlichen Raum zu inszenieren. Das Düsseldorfer Unternehmen met[ads] hat sich auf 3D-Kampagnen spezialisiert, bei denen Inhalte räumlich wirken und sich die Gestaltung gezielt an unterschiedliche digitale Werbeflächen anpasst. Dafür bietet das Unternehmen Konzeption und 3D-Design mit Rendering, Daten und der technischen Ausspielung auf digitalen Screens aus einer Hand.

Gegründet hat Lukas Flöer met[ads] im September 2023, nachdem er bereits mehrere Jahre in der Werbebranche gearbeitet hatte. Aus einem vierköpfigen Kernteam ist seitdem ein Unternehmen mit 20 Mitarbeitenden entstanden. Mittlerweile hat met[ads] bereits mehr als 200 Kampagnen umgesetzt. Die produzierten 3D-Inhalte sind nicht nur auf großen Werbeflächen in Deutschland zu sehen. Auch international ist die Expertise von met[ads] gefragt. Ein Highlight: ein Test-Slot auf dem Times Square in New York, um die eigenen 3D-Inhalte zu bewerben.

© met[ads]

Im Interview mit NRW.Global Business spricht Gründer Lukas Flöer über seinen Weg zum eigenen Unternehmen und dessen Entwicklung. Außerdem erklärt er, welche Rolle NRW für das Wachstum spielen, wie met[ads] internationale Märkte erschließt und wie er die Zukunft digitaler Außenwerbung einschätzt.

Mit met[ads] verbinden Sie 3D-Kreation, Daten und Technologie zu einem Creative-Tech-Ansatz. Was wollten Sie anders machen als klassische Werbeagenturen und Außenwerber? Was ist heute der Kern Ihres Geschäftsmodells?

Ich habe neun Jahre in der Branche gearbeitet, bevor ich gegründet habe. Die Antwort auf jedes Problem war immer dieselbe: mehr Flächen, mehr Kontakte, höhere Frequenz. Über das „Wie?“ hat kaum jemand gesprochen. Reichweite bringt aber nichts, wenn sich abends niemand an das Motiv erinnert. Werbung muss ansprechen und auffallen, und dafür muss man sie aus der Perspektive der Menschen denken, die an der Fläche vorbeigehen.

Klassisch ist die Kette dreigeteilt. Die Agentur liefert die Idee, ein Studio die Produktion, der Außenwerber die Fläche. Jede Schnittstelle kostet Zeit und Geld, am Ende leidet die Qualität. Bei 3D funktioniert diese Aufteilung nicht. Ein anamorphes Motiv muss für jeden einzelnen Screen neu berechnet werden, weil Blickwinkel und Abstand über den Effekt entscheiden. Kreation und Fläche gehören deshalb in eine Hand.

Das ist unser Kern. Wir modellieren, texturieren, animieren, passen jedes Motiv an den jeweiligen Screen an und spielen über unseren eigenen 3D-AdServer aus. Der Kunde schickt uns einfach, was er hat, egal ob TV-Spot, Printanzeige oder Social-Media-Asset. Den Rest machen wir. Das senkt die Einstiegshürde deutlich. Und wir sind schnell. Von der Freigabe bis zum Go-live vergehen bei uns Tage. Unser Ziel bleibt dabei immer das gleiche: Wir wollen langweilige Werbung von den Flächen verbannen.

Daten, eigene Softwarelösungen und Künstliche Intelligenz unterstützen bei met[ads] verschiedene Arbeitsschritte. Wie verändern neue Technologien die Entwicklung von Werbekampagnen und wo bleibt menschliche Kreativität für Sie unverzichtbar?

KI übernimmt bei uns die stumpfe Arbeit. Unsere Modelle laufen lokal, weil wir Kundenmaterial nicht durch fremde Systeme schicken wollen. Damit bauen wir einen komplexen 3D-Spot in etwa fünf Tagen, früher waren es Monate. Lichtstimmung und Tiefenwirkung passt das System automatisch an die jeweilige Fläche an. Wir arbeiten hier also nicht mit der viel genutzten „Generative AI" wie man sie von ChatGPT und Co. kennt, sondern mit eigener Software, um unseren Designern die Möglichkeit zu geben, sich auf das Relevante zu fokussieren. Der zweite Hebel sind Daten. Für jeden Screen brauchen wir den realen Blickwinkel der Passanten, sonst entsteht keine räumliche Wirkung. 

Was Technik nicht leistet, ist die Entscheidung, ob eine Idee wirklich funktioniert. Eine 3D-Fläche verzeiht keine mittelmäßige Idee. Die Leute bleiben stehen oder sie gehen weiter, dazwischen gibt es nichts. Diese eine Sekunde entscheidet sich am Einfall, und den liefert kein Modell. Deshalb arbeiten bei uns 15 von 20 Leuten in der Kreation. KI macht sie schneller. Ersetzen wird sie sie nicht.

Ihre berufliche Laufbahn in der Werbebranche begann in NRW, auch mit met[ads] sind Sie dem Standort treu geblieben. Welche Vorteile bietet NRW für den Aufbau und das weitere Wachstum eines Kreativ- und Technologieunternehmens?

Meine Laufbahn hat hier angefangen. Mit 17 bin ich als Praktikant bei einer Mediaagentur in Frankfurt gestartet und kurz darauf nach Düsseldorf gezogen. Danach ging es in die Vermarktung. Wer in dieser Branche etwas lernen will, ist an der Rheinschiene richtig aufgehoben. Mediaagenturen, Vermarkter, Werbekunden, alles sitzt auf engem Raum. Ströer in Köln, RTL in Köln, Vodafone und Douglas in Düsseldorf. Zu jedem wichtigen Termin bin ich in einer halben Stunde da.

Dazu kommt der Talentmarkt. Wir suchen 3D-Artists und Motion Designer, also Leute aus Games und VFX. Die Hochschullandschaft in NRW gibt genau das her.

Der Ballungsraum selbst ist unser Testfeld. Rhein-Ruhr ist die dichteste Region Deutschlands. Wer hier eine Fläche bespielt, sieht innerhalb weniger Tage, ob ein Format funktioniert. Gewachsen sind wir von vier auf 20 Leute, ohne den Standort zu wechseln. Umgezogen sind wir seit neuestem trotzdem ein paar Straßen weiter in ein größeres Büro im Medienhafen.

met[ads] hat den Schritt ins internationale Geschäft bereits gemacht und war auch schon auf dem Times Square zu sehen. Wie hat sich der Weg von den ersten Projekten in Deutschland zu internationalen Werbeflächen entwickelt? Welche Herausforderungen mussten Sie dabei bewältigen, und wo soll die internationale Reise von met[ads] als Nächstes hingehen?

Der erste internationale Auftrag kam über einen Bestandskunden, der dieselbe Idee in einem weiteren Markt wollte, und so läuft es bis heute meistens. Wir haben uns hier immer unseren Kundenwünschen angepasst. Inzwischen laufen unsere Motive unter anderem am Outernet in London, eine der größten LED-Flächen der Welt.

Der Times Square war ein Sonderfall. Davon habe ich geträumt, seit ich in der Werbung arbeite. Also haben wir uns dort einen Test-Slot gebucht und eigene 3D-Inhalte gespielt, ohne Kunden im Rücken. 

Schwierig ist dabei selten die Kreation, sondern die Flächen. Jeder Screen hat eigene Spezifikationen und eigene Genehmigungen. In einem neuen Markt braucht man erst einmal jemanden, der einem als deutschem Anbieter überhaupt einen Slot verkauft. Und dann ist da unsere Finanzierung. Wir wachsen bewusst aus dem Cashflow, ohne Investorengeld. Das zwingt uns, Märkte nacheinander zu öffnen statt alle gleichzeitig. Zuletzt hatten wir 3D-Kampagnen in 11 Ländern parallel live.

© met[ads]

Zuletzt aktualisiert am: 28.10.2026

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