13.04.2026
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Brücke zwischen Forschung und Markt: BRYCK Startup Alliance stärkt Deep-Tech-Gründungen in NRW

Wie werden aus wissenschaftlichen Erkenntnissen erfolgreiche Unternehmen und wie kann man diesen Prozess beschleunigen? Die BRYCK Startup Alliance aus Essen hat ein ambitioniertes Ziel: In der Metropole Ruhr soll eines der größten Deep-Tech-Ökosysteme Europas entstehen. Als Teil der vom Bund geförderten Startup-Factory-Initiative bringt die BRYCK Startup Alliance zentrale Akteure aus Forschung, Industrie und Kapital zusammen. Mit einem starken Partnernetzwerk aus der Region schafft sie neue Strukturen für den Transfer wissenschaftlicher Erkenntnisse in marktfähige Technologien. 

NRW bietet dafür ideale Voraussetzungen: eine dichte Hochschul- und Forschungslandschaft, eine starke industrielle Basis sowie wachsende Investitionsstrukturen. Die BRYCK Startup Alliance bündelt diese Kräfte, um Gründungsteams von der ersten Idee bis zur Skalierung zu begleiten. Mitgründer und Geschäftsführer Christian Lüdtke gibt im Interview mit NRW.Global Business Einblicke, wie die Allianz Unternehmen unterstützt, welche Rolle die Metropole Ruhr als Standort für technologiegetriebene Startups spielt und wie das Förderkonsortium Impulse für die Innovationslandschaft in NRW und darüber hinaus liefern kann.

© BRYCK

Herr Lüdtke, die BRYCK Startup Alliance versteht sich als Modell für Innovations-Ökosysteme. Was unterscheidet Ihren Ansatz von klassischen Startup-Förderstrukturen? 

Das Besondere an der BRYCK Startup Alliance ist zunächst: Wir sind unternehmerisch aufgestellt und nicht als klassische Förderstruktur konzipiert – und genauso handeln wir auch. BRYCK ist kein Ort, an dem Programme verwaltet werden, sondern ein Innovationszentrum, in dem Wirtschaft, Wissenschaft und Kapital entlang gemeinsamer wirtschaftlicher Interessen zusammenarbeiten. Genau dieser Schulterschluss, kombiniert mit klarer ökonomischer Denkweise, ist für mich der eigentliche Hebel. Im Ruhrgebiet sind die Erfolgszutaten längst vorhanden, haben bislang aber zu oft nebeneinander statt miteinander gewirkt. Mit der RAG-Stiftung als Initiator steht dahinter zudem ein Partner mit Substanz, langfristigem Horizont und echter Gestaltungskraft. Unser Ansatz ist daher nicht, eine weitere Institution aufzubauen, sondern Fragmentierung zu überwinden und ein belastbares Innovationsökosystem mit unternehmerischer Dynamik zu entwickeln.

Ihr Fokus liegt auf Deep-Tech und wissenschaftsbasierten Ausgründungen. Warum ist gerade dieser Bereich so entscheidend für die zukünftige Wettbewerbsfähigkeit Europas? 

Deep-Tech und wissenschaftsbasierte Ausgründungen sind ein zentraler Faktor für die Wettbewerbsfähigkeit moderner Volkswirtschaften. Ein Blick ins Silicon Valley zeigt, wie stark technologische Führungspositionen wirtschaftliche Machtverhältnisse prägen und wo Europa in Abhängigkeiten geraten ist. Technologische Souveränität wird künftig maßgeblich davon abhängen, ob es gelingt, Innovationen nicht nur zu entwickeln, sondern auch in skalierbare Unternehmen zu überführen. Gerade im Deep-Tech entstehen die Lösungen für zentrale industrielle Herausforderungen, etwa in den Bereichen Energie, Wasser oder Chemie. Das Ruhrgebiet bringt dafür außergewöhnlich gute Voraussetzungen mit: industrielle Stärke, wissenschaftliche Exzellenz und eine hohe Dichte an Talenten aus Hochschulen und Forschungseinrichtungen. Entscheidend ist, diese Potenziale konsequenter in Gründungen zu übersetzen. Dann kann aus Forschung schneller wirtschaftliche Wirkung entstehen in Form neuer Technologien, Unternehmen und Arbeitsplätzen.

Welche konkreten Angebote und Strukturen schaffen Sie, um den Weg von der Forschungsidee bis zur Skalierung eines Unternehmens zu beschleunigen? 

Wir müssen genau die Lücken schließen, an denen vielversprechende Vorhaben häufig scheitern – insbesondere in der Frühphase. Dazu gehört auch der Zugang zu Kapital, weil wissenschaftsbasierte und technologiegetriebene Gründungen in der Regel längere Entwicklungszyklen und einen höheren Validierungsaufwand haben als klassische Geschäftsmodelle. Mit GF BRYCK Ventures haben wir deshalb einen Pre-Seed-Fonds aufgesetzt, der genau in dieser frühen Phase wirkt. Er richtet sich an technologieorientierte Startups in Deutschland und Europa und unterstützt mit Kapital beim Markteintritt. Wichtig ist dabei, dass wir Finanzierung nicht isoliert betrachten, sondern eng mit unserem Ökosystem verzahnen. Unsere Programme bringen Startups früh mit Industrie, Pilotkunden, Investoren und relevanten Partnern zusammen. Unser Anspruch ist, den Weg von der Forschung in die industrielle Anwendung spürbar zu verkürzen.

Welche Impulse kann die BRYCK Startup Alliance für die wirtschaftliche Transformation in NRW setzen, insbesondere mit Blick auf industrielle Innovationen? 

Die BRYCK Startup Alliance wird ein richtiger Gamechanger für das Ruhrgebiet. Wir sind auf einem sehr guten Weg und wurden vom Bundeswirtschaftsministerium als eine von zehn Startup Factories deutschlandweit ausgewählt. Damit verbunden sind ehrgeizige Ziele. Bis 2030 wollen wir mindestens 1.000 Ausgründungen begleiten, über 200 skalierende Deep-Tech-Startups unterstützen und über eine Milliarde Euro eingeworbenes Kapital durch die Startups mobilisieren. So soll das Potenzial für mehr als 15.000 neue Arbeitsplätze aktiviert werden. Das Ruhrgebiet zählt zu den Modellregionen für industrielle Erneuerung und technologische Spitzeninnovationen. Dreh- und Angelpunkt ist dabei das Zusammenspiel von Forschung, Anwendung und Unternehmertum, um nachhaltig erfolgreiche Innovationen zu schaffen.

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