Neuer Quantencomputer stärkt Forschungsstandort Jülich
Quantencomputer gelten als Schlüsseltechnologie für komplexe Rechenaufgaben, mit denen klassische Systeme überfordert sind. Mit JION (kurz für „Jülich trapped-ION quantum computer“), ist im September 2026 am Forschungszentrum Jülich ein neues System in Betrieb genommen worden. Es wird in die Jülicher Quantencomputing-Infrastruktur JUNIQ eingebunden und lässt sich so mit der bestehenden Supercomputing-Architektur kombinieren.

JION basiert auf einer vom Siegener Startup eleQtron und dem Jülich Supercomputing Centre (JSC) entwickelten Ionenfallen-Technologie. Im Gegensatz zu supraleitenden Quantensystemen muss der Prozessor dabei nicht auf Temperaturen nahe dem absoluten Nullpunkt gekühlt werden. Über JUNIQ können Forschende und Unternehmen künftig Anwendungen erproben, bei denen klassische Supercomputer und Quantencomputer gemeinsam eingesetzt werden. Solche Ansätze eröffnen Perspektiven für unterschiedliche Anwendungsfelder - von Optimierungsaufgaben in Logistik, Verkehr und Verfahrenstechnik über die Materialforschung und Medizin bis hin zum maschinellen Lernen und dem Training kleiner KI-Modelle. Ergänzend sind Service-, Support- und Trainingsangebote für Wissenschaft und Industrie vorgesehen.
„Der neue JION-Quantencomputer zeigt exemplarisch, was gelingen kann, wenn wir unsere starke Quantencomputing-Startup-Landschaft mit unserer Spitzenforschung vernetzen“, betonte NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst bei der feierlichen Eröffnung am 3. September 2026, bei der auch erstmals eine Rechenoperation auf JION öffentlich demonstriert wurde.